Am 4. Juli war die kirchliche Trauung. Ehrlich gesagt war meine größe Befürchtung daß ich in der Hitze im Hochsommer im Anzug vor Hitze umkommen werde. Aber es kam mal wieder ganz anders. 2004 war einer der kältesten Sommer seit langem, und es sah schon ganz so aus als wäre es nicht nur kalt sondern es würde auch noch regnen. Aber an diesem Tag war das Wetter dann perfekt. Nicht zu warm, nicht zu kalt und kein Regen sondern ein schöner sonniger Tag!

Um 14 Uhr war es dann soweit. Wir sind in die Kirche einmarschiert und nachdem alle an ihrem Platz waren kam Christina. In diesem Moment habe ich auch wie es sich gehört zum ersten mal das Kleid gesehen :-) Natürlich war ich total begeistert!

Von nun an ging dann alles ganz schnell. Die Messe hielt Pader Huschka, den Christina schon seit ihrer Kindheit kennt. Er ist schon sehr alt, und es war auch nicht sicher,ob er gesundheitlich noch in der Lage ist, die Messe zu halten.

Die 1. Lesung haben Regina und Olaf vorgetragen. Es war ein Auszug aus dem Hohelied den sich Christina ausgesucht hat:

Geliebter: Schön bist du, meine Freundin, / ja, du bist schön. Hinter dem Schleier / deine Augen wie Tauben. Dein Haar gleicht einer Herde von Ziegen, / die herabzieht von Gileads Bergen. Deine Zähne sind wie eine Herde / frisch geschorener Schafe, / die aus der Schwemme steigen. Jeder Zahn hat sein Gegenstück, keinem fehlt es. Rote Bänder sind deine Lippen; lieblich ist dein Mund. Dem Riß eines Granatapfels gleicht deine Schläfe / hinter dem Schleier. Wie der Turm Davids ist dein Hals, / in Schichten von Steinen erbaut; tausend Schilde hängen daran, / lauter Waffen von Helden. Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, / wie die Zwillinge einer Gazelle, / die in den Lilien weiden. Wenn der Tag verweht und die Schatten wachsen / will ich zum Myrrhenberg gehen, / zum Weihrauchhügel. Alles an dir ist schön, meine Freundin; / kein Makel haftet dir an. Komm doch mit mir, meine Braut, vom Libanon, / weg vom Libanon komm du mit mir! Weg vom Gipfel des Amana, / von den Höhen des Senir und Hermon; weg von den Lagern der Löwen, / den Bergen der Panther. Verzaubert hast du mich, / meine Schwester Braut; / ja verzaubert mit einem (Blick) deiner Augen, / mit einer Perle deiner Halskette. Wie schön ist deine Liebe, / meine Schwester Braut; wieviel süßer ist deine Liebe als Wein, / der Duft deiner Salben köstlicher / als alle Balsamdüfte. Von deinen Lippen, Braut, tropft Honig; / Milch und Honig ist unter deiner Zunge. Der Duft deiner Kleider ist wie des Libanon Duft. Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, / ein verschlossener Garten, / ein versiegelter Quell. Ein Lustgarten sproßt aus dir, / Granatbäume mit köstlichen Früchten, / Hennadolden, Nardenblüten, Narde, Krokus, Gewürzrohr und Zimt, / alle Weihrauchbäume, Myrrhe und Aloe, / allerbester Balsam:

Geliebte: Ich schlief, doch mein Herz war wach. Horch, mein Geliebter klopft:

Geliebter: Mach auf, meine Schwester und Freundin, / meine Taube, du Makellose! Mein Kopf ist voll Tau / aus meinen Locken tropft die Nacht.

Geliebte: Ich habe mein Kleid schon abgelegt wie soll ich es wieder anziehen? Die Füße habe ich gewaschen / soll ich sie wieder beschmutzen? Mein Geliebter streckte die Hand durch die Luke; / da bebte mein Herz ihm entgegen. Ich stand auf, dem Geliebten zu öffnen. Da tropften meine Hände von Myrrhe / am Griff des Riegels. Ich öffnete meinem Geliebten: / Doch der Geliebte war weg, verschwunden. / Mir stockte der Atem: er war weg. Ich suchte ihn, ich fand ihn nicht. / Ich rief ihn, er antwortete nicht. Da fanden mich die Wächter / bei ihrer Runde durch die Stadt; / sie schlugen, sie verletzten mich. Den Mantel entrissen sie mir, / die Wächter der Mauern. Ich beschwöre euch, Jerusalems Töchter: / Wenn ihr meinen Geliebten findet, sagt ihm, / ich bin krank vor Liebe.

Chor: Was hat dein Geliebter den andern voraus, / du schönste der Frauen? Was hat dein Geliebter den andern voraus, / daß du so uns beschwörst?

Geliebte: Mein Geliebter ist weiß und rot, / ist ausgezeichnet vor Tausenden. Sein Haupt ist reines Gold. / Seine Locken sind Rispen, / rabenschwarz. Seine Augen sind wie Tauben/ an Wasserbächen; (Die Zähne), in Milch gebadet, / sitzen fest. Seine Wangen sind wie Balsamtbeete, / darin Gewürzkräuter sprießen, seine Lippen wie Lilien; / sie tropfen von flüssiger Myrrhe. Seine Finger sind wie Stäbe aus Gold, / mit Steinen aus Tarschisch besetzt. Sein Leib ist wie eine Platte aus Elfenbein, / mit Saphiren bedeckt. Seine Schenkel sind Marmorsäulen, auf Sockeln von Feingold. Seine Gestalt ist wie der Libanon, / erlesen wie Zedern. Sein Mund ist voll Süße; / alles ist Wonne an ihm. Das ist mein Geliebter, / ja, das ist mein Freund, / ihr Töchter Jerusalems.
Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, / wie ein Siegel an deinen Arm! Stark wie der Tod ist die Liebe, / die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, / gewaltige Flammen. Auch mächtige Wasser / können die Liebe nicht löschen; / auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe / den ganzen Reichtum seines Hauses, / nur verachten würde man ihn.

Die 2. Lesung hat Roland vorgetragen:

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf; sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbitten, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe hört niemals auf.
(Korinther 13,4-8a)

Wie schon gesagt, Paser Huschka ist schon sehr alt, und so kam es dass wir bei der eigentlichen Trauungszeremonie viel weniger Text sagen mussten als geplant. Ich glaube er hat einfach einen Teil vergessen :-) Vor allem die Stelle mit dem "bis das der Tod uns scheidet" mussten wir nicht sagen. Mich persönlich hat das aber garnicht gestört, weil das Aufsagen der Teil war, bei dem ich am nervösesten war...

Als Trauungslied haben wir uns Sabbath Prayer aus Fiddler on the Roof ausgesucht. Unter dem Bild rechts unten kann man Klicken, dann sollte man eigentlich das Lied hören.

May the Lord protect and defend you.
May He always shield you from shame.
May you come to be
In Israel a shining name.

May you be like Ruth and like Esther.
May you be deserving of praise.
Strengthen them, Oh Lord,
And keep them from the strangers' ways.

May God bless you and grant you long lives.
(May the Lord fulfill our Sabbath prayer for you.)
May God make you good mothers and wives.
(May He send you husbands who will care for you.)

May the Lord protect and defend you.
May the Lord preserve you from pain.
Favor them, Oh Lord, with happiness and peace.
Oh, hear our Sabbath prayer. Amen.


Und damit hatten wir es quasi überstanden :-) Die ganze Trauung hat nicht mal eine Stunde gedauert und wir waren beide sehr erleichtert und froh dass alles so prima geklappt hat.

Jetzt konnten wir uns also dem entspannenden Teil des Abends widmen...